Going West – Drei tolle Tage in Tofino

Von Vancouver bin ich dann mit Alexandra D. mit dem Greyhound Bus nach Vancouver Island – Tofino gefahren. Tofino ist eine sehr kleine Stadt direkt an der Westküste. Sehr beliebt bei jungen Leuten zum Surfen und bekannt für eine alternative Lebensweise. Hier findet man auch viele Work and Traveler, teilweise Leute die hier schon seit Jahren hängen geblieben sind. Einfach toll! Untergekommen sind wir bei einem Couchsurfer “Matt”, der ein wirklich tolles großes Haus hatte und einen Mitbewohner, den wir leider nicht getroffen haben, weil er selber unterwegs war. Zuerst haben wir nach 7- stündiger Überfahrt von Vancouver nach Tofino versucht die anderen WSPler zu treffen, die dort wohnen und in der Middle Beach Lodge arbeiten. Allerdings hatten wir kein Glück, da sie noch arbeiten waren. Daher haben wir dann entschlossen, zu unserem Host zu fahren. Bei Matt angekommen haben wir erst Mal die Couchen für die Nacht präpariert und sind dann noch kurz im Supermark einkaufen gegangen für die nächsten Tage. Der Abend war dann relativ kurz, ich war einfach zu müde von der Nacht zuvor in Vancouver.

Mein Host

Mein Host

Mein Bett

Mein Bett

Am Sonntag sind wir dann mit einer Bootstour (Remote Passages) los, um Whale Watching zu machen und in den Hot Springs zu baden. Leider war das Wetter nicht so gut, aber wir haben trotzdem ein paar Tiere, wie Robben, Seelöwen und einen Grauwal gesehen. Ist schon ein schönes Erlebnis, diese Tiere mal live zu beobachten.  Die Tour zu den Hot Springs (heiße Quellen) in Tofino dauert ca. 6 bis 7 Stunden. Es ist also absolut empfehlenswert sich etwas zum Essen und zum Trinken mitzunehmen. Außerdem ist es absolut notwendig die Tour zumindest einen Tag vorher zu reservieren. Wir wollten die Tour auch spontan machen und der Anbieter, den wir eigentlich nehmen wollten, war voll.

Gottseidank gibt es so ca. 4 bis 5 Anbieter für diese Touren. Nur einer hatte noch zwei Plätze im Boot.  An der Dockstation angekommen mussten wir dann erst einmal durch eine Art Regenwald laufen. Die Strecke zu den Hot Springs ist allerdings nur zwei Kilometer lang, also absolut machbar. Außerdem geht man die ganze Zeit über eine Holzbrücke durch den Wald. Wenn man möchte kann man ein neues Holzbrett kaufen und etwas eingravieren lassen (siehe Foto).

DSC01890

DSC01887 DSC01853

Robben

Robben

DSC01869 _MG_7277130915

So wird der Weg dorthin instand gehalten. An den Hotsprings angekommen wirft man sich in seine Badesachen (Holzumkleide und Plumpsklo ist vor Ort). Dann kann man gleich losplanschen. Die Quelle ist so ca. 50 °C warm, also schon noch ganz schön heiß, wenn Sie aus der Quelle austritt. Unter der Erde am Ursprungsort ist die Quelle 110°C! Also nichts für schwache Kreisläufe. Ich bin zunächst in einen Pool geklettert, der etwas weiter am Meer lag, weil die dort kälter sind und bin dann immer weiter hoch zu dem heißesten Pool. Es ist wirklich extrem glitschig, man sollte also gut aufpassen, dass man nicht hinfällt. Am besten etwas gebeugt auf allen Vieren laufen. Noch besser ist es Badeschuhe mit dorthin zu nehmen! Bei den Hot Springs verweilt man dann so ca. 2 Stunden und läuft dann den Weg wieder zurück zum Boot und fährt zurück nach Tofino.

DSC01910

DSC01917

Am Abend sind wir dann zu einem Kurzfilmfestival im botanischen Garten in Tofino gegangen. Der botanische Garten liegt etwas außerhalb und wir sind wieder dorthin getrampt. Trampen in Kanada ist wirklich sehr leicht. Meistens haben wir einfach Leuten auf Parkplätzen angesprochen und gefragt in welche Richtung sie fahren und ob Sie und mitnehmen können. So ist es echt am leichtesten, weil wenige Leute dann „nein“ sagen wollen. Insgesamt sind wir auch 6 Mal getrampt und es ging immer ganz schnell.

Am Montag wollten wir dann mit Matt surfen gehen. Er hatte ein Surfbrett und wir mussten uns dann nur noch die Schwimmanzüge ausborgen. Die kosten ca. 20 CAD und sind echt notwendig, denn das Wasser war bereits verdammt kalt, auch wenn es sonnig war. Es ist eben Kanada :-D! Wir sind dann zum North Chesterman Beach getrampt, wo Matt uns dann eine  volle Surfstunde gegeben hat. Einfach super! Es war für mich das erste Mal, aber vollkommen talentfrei scheine ich nicht zu sein, schließlich konnte ich, wie man auf den Bildern sieht, ja schon fast aufstehen ;-) und super elegant hinfallen. Als erstes sucht man sich eine Welle aus, dann versucht man sie im richtigen Augenblick zu nehmen und dann versucht man in der Welle aufzustehen … und fällt dann wie ich elegant hin.

DSC01950 DSC01951 DSC01943 DSC01920

Surfen macht auf jeden Fall Spaß, auch wenn es super anstrengend ist sich im Ganzkörper Schwimmanzug (Catwoman muss sich stetig grauenvoll fühlen) und im Ozean zu bewegen. Als wir im Wasser waren kam sogar ein Seelöwe ganz nah an uns heran. Ich hatte schon etwas Angst, aber Matt meinte, dass sie keine Menschen fressen! Na so ein Glück. Total durchgeweicht, mit salzigen roten Augen  sind wir dann zurück zu Matts Haus und haben dort erst Mal ausgiebig Beautyprogramm gemacht, bevor wir uns später mit einem Wsp‘ler Alexander zum Essen in einem Pub getroffen haben.  An dem Abend mussten wir auch Matts Haus verlassen, weil sein Mitbewohner mit anderen Freunden zurückkam. Aber es hätte nicht besser sein können. Matt arbeitet in einem Ressort, welches kleine Holzhütten vermietet. Das war direkt neben an. Die letzten Nacht haben wir dann also in einer kleinen 100 CAD teuren Holzhütte gepennt, ohne etwas zahlen zu müssen. Da sieht man mal wieder wie freundlich manche Leute sind. Wir wären auch ins Hostel gegangen, aber Matt hat darauf bestanden, dass wir es nicht tun. Kein Problem!

Am Dienstag hieß es dann Abschied nehmen von Matt und  Tofino. Ich machte mich mit dem Greyhound Bus wieder auf nach Vancouver. Alexandra ist dann weiter nach Victoria, eine Stadt die auch noch auf der Insel liegt. Die Nacht habe ich wieder bei Karen G. verbracht, bei der ich auch meine Sachen gelassen habe. Und jetzt gerade sitze ich im Flieger nach Hawaii! Ich bin von Bellingham (USA) geflogen. Das liegt ca. 80 km südlich von Vancouver. Die Flüge von dort nach Hawaii sind super billig (so ca. 250 Euro hin- und zurück für einen 6 stündigen Flug). Nach Bellingham kommt man sehr leicht von Vancouver aus. Es fahren verschiedene Busse wie Greyhound, Quick Coach oder Bolt Bus. Bolt Bus ist wohl der Billigste für 8 CAD, aber der fährt leider nicht direkt zum Flughafen, sondern lässt einen 5 km entfernt davon raus. Dann kann man ein Taxi nehmen (kostet ca. 10 US Dollar). Ich hab den Quick Coach gewählt. Der Studententarif betrug gerade mal 23 CAD, also voll in Ordnung und der Bus hält direkt am Airport in Bellingham. Übrigens muss man vorher ein ESTA Visum beantragen, wenn man als Deutscher in die USA fliegt. Die Grenze in die USA musste ich zu Fuß überqueren. Und hier ist es gaaanz wichtig wirklich kein Obst oder Gemüse in der Tasche zu haben. Meine Flasche Jägermeister war kein Problem und auch mein Sandwich wurde toleriert. Dummerweise habe ich den Apfel vergessen, der in meiner Handtasche war. Aufgrund dessen wurde ich dann von den Beamten an der Grenze wie ein Schwerverbrecher behandelt und sollte 300 US Dollar Strafe zahlen. Tja, ich habe dann ein bisschen rumgebettelt und mich entschuldigt und so. Mir war es wirklich nicht bewusst, dass selbst ein Apfel schlimm ist. Sie haben dann noch einmal ein Auge zugedrückt, aber schön war dieses Erlebnis nicht. Die Beamten an der Grenze können wirklich mehr als nur unfreundlich werden. Teilweise haben sie sich dann irgendwie über mich lustig gemacht. Wie dem auch sei, nach diesem kleinen Schock wurde mein leckerer Apfel dann kontaminiert und ich wurde frei gelassen, ohne 300 USD Strafe zu zahlen. Kurze Zeit später hatte ich auch wieder gute Laune und freute mich auf Hawaii.

Am Flughafen habe ich meine neue Reisepartnerin Chantal getroffen. Ein Mädel aus Quebec, die auch auf Reisen ist. Wir werden zumindest die ersten Tage zusammen bei einem Couchsurfer verbringen, der direkt am Waikiki Beach wohnt *yeah. Übrigens bin ich extrem begeistert vom Couchsurfen. Man spart einen Haufen Geld, lernt immerzu nette Einheimische kennen und kann von diesen auch gleichzeitig immer gute Tipps bekommen, was man alles machen kann. Alleine ist man so auf keinen Fall! So, nun sind es noch drei Stunden bis ich hawaiianischen Boden betreten und mein neues Reiseziel erkunden werde. Unser Host holt uns sogar vom Flughafen ab. Was für eine nette Geste.

 

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

3 Responses to Going West – Drei tolle Tage in Tofino

  1. Petra Porschen,Auf der Eicke 20a,59872 Meschede sagt:

    Bitte schreibt mir ob ich mit 58 Jahren etwas ähnliches tun kann wie ihr?

  2. Ira sagt:

    Carina, du bist eine Schriftstellein! Sehr informativ und seeehr interessant sind deine Berichte! Hast du hoffentlich deinen Appettit auf Äpfel nicht verloren!
    Aber warum gibt es keine Fortsetzung von der Reise? Es wäre spannend weiter zu lesen.
    Auf jeden Fall wünsche ich noch viel Vergnügen auf Hawaii!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>